Behandlungskonzept
Das Behandlungszentrum Janus der Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel (UPK) führt im Auftrag des Gesundheitsdepartements des Kantons Basel-Stadt die heroingestützte Behandlung nach den Richtlinien des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) durch. Es ist eines von gesamtschweizerisch 23 Behandlungszentren, in denen eine heroingestützte Behandlung durchgeführt werden kann.
Unter heroingestützter Behandlung versteht man die integrierte (das heisst seelische, körperliche und psychosoziale) Therapie Opiathabhängiger einschliesslich der kostenlosen Vergabe von Diacetylmorphin ("Heroin"), das sich die Patientinnen und Patienten kontrolliert und unter hygienisch einwandfreien Bedingungen selbst injizieren. Damit entfallen Beschaffungsstress und Infektionsgefahr.
Ursprünglich wurde Janus als Projekt zeitlich befristet eingerichtet. Aufgrund des guten Behandlungserfolgs und dank der Bundesverordnung über die heroingestützte Behandlung, hat sich diese Therapieform mittlerweile etabliert. Seit 2001 ist das Behandlungszentrum Janus in die Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel integriert.
Zielgruppe
Das Behandlungszentrum Janus behandelt 150 schwer opiatabhängige Menschen, die auf andere Behandlungen nicht angesprochen haben oder deren Gesundheitszustand andere Behandlungsformen nicht zulässt. Sie haben verschiedene Defizite und Ressourcen, doch alle von ihnen weisen eine Opiatabhängigkeit auf und sind in ihrer somatischen, psychischen und sozialen Gesundheit eingeschränkt. Dies sind insbesondere:
- Heroinabhängige, die durch ihre Lebensumstände und ihr Verhalten (Beschaffungskriminalität, Prostitution, Obdachlosigkeit usw.) stark gefährdet und bereits sozial desintegriert sind oder zu verelenden drohen und durch bestehende Angebote (Entzug, abstinenzorientierte Behandlungsform oder Methadonsubstitution) nicht erreicht werden können.
- Heroinabhängige in einem oralen Methadonprogramm, die durch die bisherige Behandlung nicht zu stabilisieren waren und/oder sich durch wiederholten illegalen Drogenkonsum der Kriminalität aussetzen.
Zusammenarbeit
Das Janus arbeitet mit anderen Institutionen im Sucht-Fürsorge- und Überlebenshilfebereich zusammen. Da viele Janus-Patientinnen und -Patienten auch psychisch und körperlich krank sind, ist die Vernetzung mit den Universitären Psychiatrischen Kliniken und mit dem Universitätsspital besonders eng.
Behandlungsziele
Die Behandlungsziele für die heroingestützte Behandlung sind gemäss den Richtlinien und Empfehlungen des Bundesamtes für Gesundheit:
a. eine anhaltende therapeutische Einbindung
b. die Verbesserung des physischen und/oder psychischen Gesundheitszustandes
c. die Verbesserung der sozialen Integration
d. der dauerhafte Verzicht auf Opiatkonsum
Die patientinnen- und patientenbezogenen Ziele der heroingestützten Behandlung sind insbesondere:
- Überleben sichern
- Erzielen von Verbesserungen im psychischen, somatischen und sozialen Bereich
- Distanzieren von "der Szene" und der illegalen Heroinbeschaffung
- Abbauen von weiterem, risikoreichem Suchtmittelkonsum
- Reduktion von Drogenkriminalität, -prostitution und sozial auffälligem Verhalten
- Schrittweise (Re-)Integration unter Berücksichtigung der individuellen und gesellschaftlichen Möglichkeiten
- Wiedererlangung von sozialer Kompetenz, Autonomie und Selbstverantwortung in der Lebensgestaltung
- Erreichen von Unabhängigkeit von illegalen und legalen Suchtmitteln
- Einbezug wichtiger Bezugspersonen aus dem sozialen Umfeld mit Einwilligung der Patientinnen und Patienten
- Wiedererlangen von Grundkompetenzen im Bereich Ernährung, Hygiene und Gesundheit unter Berücksichtigung der Grunderkrankung
Anmeldung
Die Anmeldung erfolgt auf Eigeninitiative der Patientinnen und Patienten oder unter Mithilfe von Beratungsstellen oder auf Zuweisung von niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten und Institutionen. Die Entscheidung über eine Aufnahme liegt bei der ärztlichen Leitung des Behandlungszentrums. Auch Behandlungen im Rahmen ambulanter Massnahmen können von uns übernommen werden.
Finanzierung
Die Kosten für die heroingestützte Behandlung gehen aufgrund eines Vertrages mit dem basel-städtischen Krankenkassenkonkordat zu Lasten der Krankenkasse, wobei die Patientinnen und Patienten einen Selbstkostenbeitrag von CHF 7 pro Bezugstag für die psychosoziale Betreuung entrichten müssen. Bei Behandlungsbeginn muss die Kostenübernahme geklärt sein.
Kontakt
Otto Schmid, pflegerischer Abteilungsleiter
Tel. +41 61 262 20 80
Email: otto.schmid@upkbs.chDr. Hannes Strasser, ärztlicher Abteilungsleiter
Telefon +41 61 262 20 80 / +41 61 325 51 29
Email: hannes.strasser@upkbs.ch Adresse
Spitalstrasse 2, Eingang: Predigergässlein
Postadresse
Janus
Zentrum für heroingestützte Behandlung
Spitalstrasse 2
Postfach
4004 Basel
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